im Januar 1995

Als Blumenkind war ich auf allen Hochzeiten im Dorf dabei


Mein Leben ist geprägt durch ihr vorgelebtes Verhalten
und durch die Liebe, die sie mir gaben.

Als diese Zwei mich 1947 adoptierten, machten sie ein
glückliches, behütetes Kind aus mir.

Der Blick ist unsicher.


Wieviele Ängste
und
Zweifel wird sie,
die Mutter, haben?

Wieviel Mut gehörte in Nachkriegszeiten zu einersolchen
Entscheidung?
In einer Zeit, wo ein fremdes Kind noch ein Bastard war.
Wo die Familie blockte und hinter der Hand getuschelt wurde.
Wenn meine Cousinen uns besuchten ging unsere Oma
mit uns Bonbons kaufen. Ich hörte dann allerdings den Spruch:
,, Du nicht. Du gehörst nicht zur Familie." Das tat weh.
Aber es tat meinen Eltern wohl noch mehr weh.




1924 / 2003


Heute ist klar, alles richtig gemacht !

Richtig gemacht!? Der fragende Blick ist bis heute geblieben.

Oft hab ich mich gefragt, was unser so gutes Verhältnis ausmacht.
Woran es lag, dass ich mich so gut gefühlt habe und fühle?
Es ist wohl die Art meiner Mutter, die ihre Handlungen immer hinterfragt.
Die keine Erwartungen an mich gestellt hat und heute noch nicht stellt.
Sie nimmt es nicht als selbstverständlich hin, dass ich jetzt versuche sie zu umsorgen.
Nie habe ich Worte gehört wie:,,Wir haben Dich adoptiert und Du mußt....."
Meine Eltern haben offen mit mir über die Adoption gesprochen.
Als ich versucht habe, meine leiblichen Eltern und Geschwister ausfindig zu machen,
haben sie kein einziges Wort dagegen gesagt.

Es sind nur 3 Worte, die sie mich gelehrt haben.
Doch sie beinhalten mein ganzes Tun.

Ehrlichkeit, Toleranz und Liebe