Nilpferde
(Flusspferde)
fliegen rückwärts....

Vom Tiger bis zum Zierfisch, vom Schoßhündchen bis zum Schmusekater -
immer mehr Tiere reisen im Flugzeug.
Und die Cockpitcrew achtet darauf, dass sich ihre tierischen Passagiere
nicht die Nase plattdrücken.


Frankfurt am Main - Auf den Flughäfen in Deutschland geht es zu wie im Zoo.
Allein in Frankfurt passieren pro Jahr 85 Millionen tierische Fluggäste die tierärztliche Grenzkontrollstelle
- fast doppelt so viele, wie der Airport jährlich an reisenden Menschen zählt.
Und es werden mehr.

Dabei ist der Tiertransport an Bord nicht ganz einfach:
Kleine Haustiere wie Hunde oder Katzen dürfen zwar in einer Box mit zum Besitzer in die Kabine.
Große Tiere mit mehr als acht Kilogramm Körpergewicht müssen aber in den Frachtraum.
Beim Starten und Landen nimmt die Cockpitcrew Rücksicht. Das gilt vor allem für reine Tiertransporte.
"Pferde fliegen weich in gepolsterten Boxen,
und Nilpferde fliegen rückwärts
- damit sie sich bei der Landung nicht die Nase platt drücken",
erzählt Margarete A. Schäfer, Leiterin der Flughafentierstation.

Dort und in der Grenzkontrollstelle arbeiten 20 Tierärztinnen und Pfleger.
Angst vor großen Tieren hat niemand.
An 365 Tagen im Jahr, knapp 15 Stunden am Tag, kommen sie heran: Stubenfliegen,
die als Futter für andere Tiere gebraucht werden, Delfine, Kleinwale, Störche, Kühe
oder "Meilen sammelnde Flugprofis" wie die Turnierpferde der deutschen Olympia-Equipe.
Jedes Tier, das aus einem Land außerhalb der Europäischen Union kommt, fertigen die Fachleute ab.
Rund 16.000 solcher Tiersendungen waren es im vergangenen Jahr nach 14.000 im Jahr zuvor.

Auch Tiere, die nicht fliegen, beschäftigen das Bodenpersonal des Flughafens.
Manche Fluggäste können oder wollen ihre Hunde nicht mitnehmen.
Die Tiere finden eine Unterkunft in der bundesweit einzigen Flughafen-Hundepension.
Dort ist auch die Heimat der 18 Diensthunde, die für die Flughafen-Sicherheit im Einsatz sind.
In der Frankfurter Hundepension dürfte in der Ferienzeit wieder der Platz knapp werden.
Auf 9000 Quadratmetern Fläche und 24 Quadratmetern pro Zwinger ist Platz für
die 18 Hunde der Airport-Sicherheitsstaffel und 20 vierbeinige Gäste.
Doch in der Hochsaison muss Platzwart Wilfried Kloss 30 bis 40 Absagen verteilen
- die Zimmer mit Vollpension für 21,80 Mark pro Tag sind dann ausgebucht.

Maike Wessolowski, dpa